nachdenklich
Seit Samhain streift ein Teil von mir in der Unterwelt herum. Es ist als würde mich eine Art wabernder Nebel umgeben, beständig und kalt. Eine dunkle Hand hat sich um meinen Hals gelegt und erinnert mich daran, dass ich sterblich bin.
Nicht dass ich traurig oder melancholisch wäre... es ist eher... ich denke sehr viel über den Tod nach. Über die Macht der dunklen Götter, die jetzt regieren. In meinem Pantheon sind das nun Hades und Persephone... auch Hekate...
Die Sonne ist fort. Mein Apoll hat schon vor Monaten seinen Sitz im Delphischen Orakel Dionysos überlassen.
Den Weingott umgibt auch eine gewisse Düsternis, eine ekstatische Zerstörungswut, gebunden an blutige Lust und Hingabe. Schwarzmondlust.
So wie auch Hades nun um die Gunst der lieblichen Persephone buhlt, sie zu verführen versucht. Er wird es schaffen, das weiß man. Und sie wird ihn verändern. Sie wird das Rad von Leben, Tod und Wiedergeburt in Gang bringen.
Er, als stolzer König über ein grenzenloses Reich, unglaublich mächtig, wird sich vor ihr verneigen und sie lieben. Er wird ihr alles anbieten was er geben kann und sie wird letztlich nicht der Materie sondern der Lust erliegen. Mit den Granatapfelkernen nimmt sie den Samen des Todes in sich auf, ganz ungezwungen und freiwillig. Und das wird sie ermächtigen. Sie wird Herrin über die Unterwelt.
Ja. Über solche Dinge denke ich nach. Ich fühle mich wie Persephone. Eingeweiht in die Mysterien von Liebe und Tod, von Schmerz und Lust, durch den geliebten Gott-König an meiner Seite.
Ich freue mich auf die Raunächte. Das wird wild werden dieses Jahr. Ich kann es jetzt schon in meinen Knochen fühlen.
Und Yul... ja... das war ein Feuer-Jahr und darum kann ich es kaum erwarten, dass die Sonne und mit ihr das Licht wiedergeboren wird. Die fragile, junge Flamme muss vor dem Todesgott geschützt werden, der Jagd auf sie machen wird... letztlich wird sie siegen.
Alexis Solvey Viorsdottir - 16. Dez, 12:37






























